In seinem Hirtenbrief, der am Sonntag, 3. Dezember 2006, verlesen wurde, unterstrich Bischof Schraml: „Die ganze Kirche ist eine Gemeinschaft von Menschen, die Gott ruft“. Berufung müsse ein „geistliches Schlüsselwort“ für die Kirche werden. In den Familien und Pfarreien solle ein Klima entstehen, in dem der Anruf Gottes gehört werden könne. Der Passauer Diözesanbischof hat einmal mehr seiner Sorge um geistliche Berufe Ausdruck verliehen. Die Zahl der Berufungen, so Wilhelm Schraml, nehme ab. „Die laute, bedrängende Zeit“ mache es den Menschen immer schwerer, „auf Christus zu hören“. Daher komme die Not an geistlichen Berufen. Deshalb hat der Bischof alle Gläubigen aufgerufen, „Antwort und Zeugnis für den Anruf Gottes“ zu geben. Berufung, so der Bischof, heiße, „die Stimme Christi zu hören und auf sie zu antworten“. Wer im Leben und Alltag den Glauben der Kirche bezeuge, handle aus Berufung. Aus solch grundlegender Berufung eines jeden Menschen und Christen könnte dann der Ruf in die Nachfolge Christi etwa als Priester oder im Ordensleben gehört werden.
Das Wort der Berufung will der Bischof zu einem „zentralen Schlüsselwort der Kirche“ machen. Denn „die Kirche ist kein Verein“. Sie habe, so der Bischof, „einen sakramentalen Grund“. Es gebe die Kirche, „weil Christus in ihrer Mitte wirkt“ und die Menschen zur Kirche zusammenschließe. (Weitere Informationen zum „Jahr für geistliche Berufungen“ stehen im Internet unter
www.berufung.bistum-passau.de.)
(Wolfgang Duschl)