Passauer Priesterseminar kooperiert mit Regensburg, bleibt aber bestehen!
180 Jahre nach der Gründung von St. Stephan sind neue Akzente nötig geworden. Die Situation für Theologiestudenten an der Universität Passau hat sich geändert – mit entsprechenden Auswirkungen auf das Seminar. Nachdem die Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Passau für ruhend erklärt wurde und in ein Theologisches Institut umgewandelt wird, musste das Bistum Passau für die Priesteramtskandidaten nach neuen Möglichkeiten suchen. Das Passauer Priesterseminar St. Stephan kooperiert nun mit dem Priesterseminar der Diözese Regensburg.
Diözesanbischof Wilhelm Schraml hat nach Anhören des Ordinariatsrates die Entscheidung getroffen. Aber! Das Priesterseminar St. Stephan bleibt bestehen. Ludwig Limbrunner behält sein Amt als Regens in Passau, denn die Theologen sollen, gerade wenn sie auswärts studieren, immer wieder nach Passau zurückkehren und damit in das Bistum eingebunden bleiben. Das war und ist Bischof Schraml äußerst wichtig.
Mit dem Regensburger Diözesanbischof, Dr. Gerhard Ludwig Müller, und dem Regensburger Regens, Martin Priller, wurde zudem vereinbart, dass der künftige Subregens im Regensburger Seminar ein Passauer Diözesanpriester werden soll. Auch damit wird die Kooperation unterstrichen und für die Passauer Studenten steht ein direkter Ansprechpartner zur Verfügung. Für die Kooperation haben nach Worten von Bischof Schraml auch die räumliche Nähe, also die Verkehrsanbindung sowie der gemeinsame Kulturraum gesprochen. Weite Teile der beiden Bistümer liegen im Bayerischen Wald und Niederbayern.
Die aktuell Studierenden sollen ihre Vordiplom- oder Diplomprüfungen noch an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Passau ablegen. Zum Wintersemester 2008/2009 würden dann alle Studenten in das Regensburger Seminar umziehen. Allerdings sollen Studienanfänger bereits ab dem Wintersemester 2007/2008 in Regensburg beginnen.
Die Katholisch-Theologische Fakultät in Passau ist für 15 Jahre als ruhend erklärt worden. Drei Jahre vor Ablauf der Frist müsse über eine Wiedereröffnung neu verhandelt werden. So fasst Bischof Schraml die Verhandlungen zwischen den verantwortlichen Vertragspartnern, dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Bayern, zusammen. Das jetzt zu gründende Theologische Institut soll an der Universität Passau für die Ausbildung der Religionslehrer an Grund- und Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien sorgen.
So schließt sich fasst ein Kreis. Vor etwa 120 Jahren gab es ebenfalls parallel zum Seminar in Passau externe Ausbildungsstätten für den Klerus, etwa in Wien. Wer zurückschauen kann, kann auch hoffnungsvoll nach vorne blicken. Es kann aus der neuen Situation wieder etwas Neues wachsen und reifen – zum Wohl für das Bistum Passau, zum Segen für die Menschen und die Kirche.
(Wolfgang Duschl) |